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Hautpflege im Sommer: Was hinter Pigmentflecken & Sonnenschäden steckt

Eine rothaarige Frau blickt nach oben in die Sonne und schützt ihre Augen mit einer Hand vor dem hellen Licht.

© Tatiana Foxy AdobeStock 794885489

Die Haut vergisst keinen Sommer. Folgen intensiver UV-Strahlung zeigen sich oft erst Wochen oder Monate später. Besonders Gesicht, Hände und Dekolleté reagieren empfindlich, weil sie fast täglich UV-Strahlen ausgesetzt sind.

Die Haut speichert akribisch, wie lange und wie oft sie Sonnenlicht ausgesetzt war. Mit der Zeit kann sich das durch sichtbare Veränderungen zeigen. Viele gelten medizinisch als unbedenklich. Pigmentflecken oder einen unruhiger Teint zum Beispiel. Oft werden sie von Betroffenen aber als kosmetisch störend erlebt.

Photoaging: Warum Sonne die Haut schneller altern lässt

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts setzt sich ein neues Schönheitsideal durch: die sonnengeküsste Haut. Bräune wurde zum Statussymbol dafür, dass man sich Freizeit und Urlaub leisten konnte. Ein Trend, der sich hält. Je mehr allerdings über die Gefahren von UV-Strahlung wie Hautkrebs und den Auswirkungen von Sonnenlicht auf die Hautalterung bekannt wird, desto größer ist das Bewusstsein für den Schutz der eigenen Hautgesundheit geworden.

So paradox es klingt, Sonnenlicht erfüllt auch wichtige Funktionen für den Körper. Es unterstützt die Bildung von Vitamin D und kann stimmungsaufhellend wirken. Für die Haut bedeutet intensive UV-Strahlung aber vor allem eines: Stress.

UV-Strahlen sind unsichtbare Bestandteile des Sonnenlichts. Sie gehören zur energiereichen elektromagnetischen Strahlung und werden in drei Formen unterteilt:

  • UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und verstärken vorzeitige Hautalterung sowie Pigmentflecken.
  • UV-B-Strahlen wirken besonders an der Hautoberfläche und sind an der Vitamin-D-Bildung beteiligt, können aber Sonnenbrand verursachen.
  • UV-C-Strahlen gelten als sehr energiereich, werden von der Ozonschicht jedoch fast vollständig abgefangen.

Die Wellenlänge unterscheidet die Wirkung auf die Haut. Problematisch wird das, wenn man sich über Jahre hinweg schutzlos starker Sonne aussetzt.

Für Hautalterungsprozesse heißt das konkret: Die Melaninproduktion verliert die Balance und verteilt sich nicht mehr gleichmäßig. Sichtbare Pigmentflecken entstehen. Zudem greifen UV-A-Strahlen tiefere Hautstrukturen an und schädigen Kollagenfasern.

Dermatologen sprechen in diesem Zusammenhang von "Photoaging". Gemeint sind alle sichtbaren Hautveränderungen, die durch langfristige UV-Belastung entstehen: Falten, Pigmentstörungen, erweiterte Äderchen und eine insgesamt unruhigere Hautstruktur.

Hyperpigmentierung: Wenn die Haut zu viel Melanin bildet

Hyperpigmentierung bedeutet eine Verdunkelung der Haut. Pigmentflecken entstehen durch eine Überproduktion des Farbstoffs Melanin, das sich an den betroffenen Hautstellen anhäuft. Häufig zählen dazu Gesicht, Stirn, Oberlippe, Handrücken oder Dekolleté. Reife Haut reagiert besonders empfindlich auf Sonnenlicht und Pigmentierungen bleiben länger sichtbar. 

Besonders häufig entstehen Hyperpigmentierungen durch:

  • intensive UV-Belastung
  • hormonelle Veränderungen
  • Hautentzündungen oder Akne
  • natürliche Hautalterung
  • bestimmte Medikamente

Aber selbst wenn hormonelle oder postinflammatorische Faktoren die Pigmentbildung beeinflussen, tritt durch UV-Strahlen immer auch ein Verstärkungseffekt ein. Melasma zum Beispiel ist eine häufige Form der Hyperpigmentierung. Ihre großflächigen, oft symmetrischen Verfärbungen sind zwar initial hormonell bedingt, können sich bei Sonneneinstrahlung aber deutlich intensivieren.

Nicht nur Pigmentflecken zeigen Sonnenschäden

Feine rote Äderchen rund um Nase und Wangen oder eine raue, trockene Hautoberfläche gehören ebenfalls zu den typischen Folgen chronischer Sonnenbelastung.
Gelangt UV-Strahlung tief in die Haut, verliert die Haut an Feuchtigkeit und regeneriert sich langsamer. Die Folge ist ein fahlerer, weniger gleichmäßiger Teint.

Viele Menschen bemerken diesen Effekt oft erst, nachdem der Sommerurlaub vorbei ist. Hat Wärme und Sonne einen kurzfristig noch frischer aussehen lassen, folgen bald Trockenheit, strapazierte Haut und feine Linien.

Sonnenschutz bleibt wichtigste Anti-Aging-Maßnahmen

Empfohlen wird ein Breitband-Schutz mit mindestens LSF 30, besser LSF 50 bei empfindlicher Haut oder Hyperpigmentierung. Für höhere LSF gibt es derzeit keine klinische Evidenz. Wichtig ist großzügiges Auftragen und regelmäßiges Nachcremen. Die Anwendung sollte dabei auch bewölkte Tage nicht überspringen. Je nach UV-Index können Wolken an bestimmten Tagen sogar reflektierend wirken.

Wirkstoffe, die Pigmentflecken und Sonnenschäden mildern können

Vitamin C: Antioxidativ, unterstützt Kollagenbildung und kann Pigmentflecken aufhellen.
Niacinamid: Stärkt die Hautbarriere und gleicht den Teint aus.
Retinol: Fördert Zellerneuerung und Kollagenbildung (nur abends anwenden).
Hyaluronsäure: Spendet Feuchtigkeit und gleicht Trockenheit aus.

Besonders tiefer liegende Sonnenflecken lassen sich oft jedoch nur begrenzt mit Cremes behandeln. In solchen Fällen können dermatologische Verfahren wie Laser, Fruchtsäurepeelings oder Microneedling zum Einsatz kommen. Sie regen die Hauterneuerung an und verbessern das Hautbild.

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